Gemeinsam weiterkommen

Unsere Seminarthemen

Unsere Themen – so individuell wie euer Training

Hier findet ihr eine Übersicht der Seminarthemen, die wir bereits anbieten und in der Vergangenheit umgesetzt haben. Die aufgeführten Themen bilden dabei jeweils den theoretischen Schwerpunkt eines Wochenendseminars und dienen gleichzeitig als übergeordneter Rahmen für die praktische Arbeit mit den Mensch-Hund-Teams.

Theorie und Praxis werden dabei bewusst miteinander verknüpft: Die theoretisch vermittelten Inhalte werden im praktischen Training aufgegriffen, umgesetzt und anhand der einzelnen Teams vertieft.

Unsere Themen verstehen wir jedoch nicht als starre Seminarkonzepte, sondern als Vorschläge und Orientierung. Inhalte, Schwerpunkte und praktische Übungen können individuell an eure Wünsche, euren Ausbildungsstand sowie die Bedürfnisse und Zielsetzungen eurer Teams oder Organisation angepasst werden.

Auch die Kombination verschiedener Themenbereiche ist problemlos möglich. Und wenn euer gewünschter Schwerpunkt bisher noch nicht aufgeführt ist, sprecht uns gerne an – gemeinsam können wir ein Seminar zusammenstellen, das zu euren individuellen Anforderungen passt.

Unser Angebot

Mantrailing ist weit mehr als „Hund riecht an einem Gegenstand und sucht einen Menschen“. Damit aus der natürlichen Leistungsfähigkeit der Hundenase eine strukturierte Personensuche entstehen kann, braucht es einen durchdachten und systematischen Trainingsaufbau.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns von Grund auf mit der Frage, wie Mantrailing funktioniert und wie ein Hund die Personensuche überhaupt erlernt. Wir betrachten den Individualgeruch des Menschen, die Entstehung und Ausbreitung einer Geruchsspur und den Einfluss von Umweltbedingungen auf die Suche.

Darauf aufbauend geht es um die praktische Ausbildung des Hundes. Im Mittelpunkt stehen dabei drei wesentliche Bausteine: Motivation, Differenzierung und Abbruchverhalten. Der Hund soll von Beginn an verstehen, dass ausschließlich der am Start eingegebene Geruch zum Erfolg führt und lernen, andere Gerüche von der gesuchten Spur zu unterscheiden.

Inhalte des Seminars
  • Was ist Mantrailing und wie funktioniert die Personensuche?
  • Individualgeruch und Geruchsspur
  • Einfluss von Wind, Wetter und Umgebung
  • Ausrüstung und Geruchsartikel
  • Aufbau eines festen Startrituals
  • Motivation als Grundlage der Suche
  • Erste Schritte der Differenzierung
  • Grundlagen des Abbruchverhaltens
  • Aufbau der ersten Suchübungen
  • Bestätigung und Belohnung des Hundes
  • Schrittweise Steigerung von Länge und Schwierigkeit
  • Wechselnde Untergründe und Suchpersonen
  • Einfluss des Hundeführers auf den Hund

Dabei beginnen wir bewusst mit kurzen und überschaubaren Übungen. Der Hund soll zunächst lernen, den eingegebenen Geruch mit der richtigen Person und dem Erfolg am Ende der Suche zu verknüpfen. Erst wenn diese Grundlagen verstanden sind, werden die Übungen individuell schwieriger gestaltet.

Das Ziel: Nicht einfach einen Hund einer gelegten Spur hinterherlaufen zu lassen, sondern von Beginn an ein Verständnis dafür zu schaffen, warum der Hund sucht, was er sucht und wie wir ihn dabei sinnvoll ausbilden und unterstützen können.

Das Thema bildet den Theoriepart eines Wochenendseminars. Die vermittelten Grundlagen werden anschließend praktisch umgesetzt. Die Übungen werden dabei individuell an den Ausbildungsstand und die Voraussetzungen der teilnehmenden Mensch-Hund-Teams angepasst. Der Schwierigkeitsgrad wird schrittweise erhöht und unter anderem durch unterschiedliche Streckenlängen, Untergründe und Suchpersonen variiert.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Seminar richtet sich an Teams, die neu ins Mantrailing einsteigen oder ihren bisherigen Aufbau noch einmal strukturiert von den Grundlagen an erarbeiten möchten.

Gutes Training bedeutet nicht, möglichst viele Schwierigkeiten gleichzeitig in einen Trail einzubauen. Effizientes Training bedeutet, Probleme zu erkennen, gezielt zu zerlegen und einzelne Fähigkeiten systematisch aufzubauen, bevor sie wieder in die gesamte Sucharbeit integriert werden.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns damit, wie Training so gestaltet werden kann, dass der Hund tatsächlich lernen kann – anstatt in jeder Trainingseinheit lediglich seinen aktuellen Leistungsstand zu überprüfen.

Dabei betrachten wir zunächst die Grundlagen des Lernverhaltens und übertragen diese anschließend ganz konkret auf die Arbeit im Mantrailing. Motivation, Differenzierung und Abbruchverhalten bilden dabei wichtige Bausteine eines stabilen Fundaments.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie einzelne Probleme isoliert trainiert werden können. Statt immer längere und schwierigere Trails zu legen, werden Trainingsziele definiert, Übungen auf das Wesentliche reduziert und in kleinen, nachvollziehbaren Schritten aufgebaut.

Inhalte des Seminars
  • Grundlagen des Lernverhaltens beim Hund
  • Motivation, Differenzierung und Abbruchverhalten
  • Probleme erkennen und Trainingsziele definieren
  • Schwierigkeiten in einzelne Trainingsschritte zerlegen
  • Schwerpunkttraining statt „einfach nur trailen“
  • Bekannte und unbekannte Spuren sinnvoll einsetzen
  • Bestätigung und Kommunikation im richtigen Moment
  • Selbstständiges Arbeiten des Hundes fördern
  • Übungen sinnvoll steigern und variieren
  • Erlernte Fähigkeiten wieder in komplette Trails integrieren

Das Ziel: Ein Training mit Struktur und einem klaren Plan – damit nicht einfach nur mehr trainiert wird, sondern gezielter.

Das Thema bildet den Theoriepart eines Wochenendseminars. Die besprochenen Inhalte und Trainingsprinzipien werden anschließend individuell auf die teilnehmenden Mensch-Hund-Teams übertragen und praktisch erarbeitet.

Die genaue Gestaltung des Seminars kann dabei an den Ausbildungsstand, die vorhandenen Probleme und die Zielsetzung der jeweiligen Teams angepasst werden.

Mantrailing ist Teamarbeit. Während der Suche findet ständig Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer statt – bewusst, aber häufig auch völlig unbewusst. Veränderungen der Körperspannung, das Tempo, eine straffer werdende Leine oder eine Körperdrehung können vom Hund wahrgenommen werden und seine Entscheidungen beeinflussen.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns damit, wie Kommunikation während der Suche sinnvoll eingesetzt wird und welchen Einfluss der Hundeführer auf das Suchverhalten seines Hundes hat. Ziel ist eine klare Kommunikation, ohne dem Hund ständig über Leine oder Körpersprache vorzugeben, welche Entscheidung er treffen soll. Der Hund soll lernen, sich auf seine Nase zu verlassen und auch gegenüber dem Hundeführer selbstständig Entscheidungen zu treffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem gezielten Einsatz bekannter und unbekannter Trails. Bekannte Spuren ermöglichen es, das Verhalten des Hundes an wichtigen Entscheidungen zu beobachten, richtiges Verhalten gezielt zu bestätigen und Trainingsprobleme systematisch zu bearbeiten. Unbekannte Trails dienen anschließend dazu, bereits erlernte Fähigkeiten zu überprüfen.

Mögliche Seminarinhalte
  • Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer
  • Verbale und nonverbale Signale
  • Unbewusste Beeinflussung während der Suche
  • Einfluss von Körpersprache, Tempo und Leinenhandling
  • Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit des Hundes
  • Den eigenen Hund auf der Spur besser lesen lernen
  • Bekannte und unbekannte Trails sinnvoll einsetzen
  • Fehler erkennen und gezielt trainieren
  • Vertrauen in die Entscheidungen des Hundes entwickeln
  • Entspannteres Arbeiten von Hund und Hundeführer

Das Ziel: Der Hundeführer soll lernen, seinen Hund besser zu lesen und gleichzeitig weniger unbewusst auf dessen Entscheidungen einzuwirken. Der Hund wiederum soll lernen,

Die theoretischen Inhalte werden im praktischen Teil des Wochenendseminars individuell auf die teilnehmenden Mensch-Hund-Teams übertragen. Dabei werden typische Situationen gezielt aufgebaut, um Kommunikation, Beeinflussung und das Zusammenspiel innerhalb des Teams sichtbar und trainierbar zu machen.

Rettungshunde werden in erster Linie für die Suche nach lebenden vermissten Personen ausgebildet. In realen Einsatzsituationen können sie jedoch auch mit verstorbenen Personen und damit mit einem für sie ungewohnten Geruchsbild konfrontiert werden. Nicht jeder Hund reagiert darauf gleich – von Interesse über Unsicherheit bis hin zu deutlichem Meideverhalten sind unterschiedliche Reaktionen möglich.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns zunächst mit den theoretischen Hintergründen: Warum können Hunde Leichengeruch meiden? Was geschieht mit dem menschlichen Körper nach dem Tod und wie entsteht Verwesungsgeruch? Außerdem betrachten wir die unterschiedlichen Aufgaben und Ausbildungsziele von Rettungshunden und speziell ausgebildeten Leichenspürhunden.

Im praktischen Teil werden die Hunde kontrolliert und schrittweise an Verwesungs- bzw. Leichengeruch herangeführt. Ziel ist es, ihre individuellen Reaktionen kennenzulernen, Sicherheit im Umgang mit dem Geruch zu entwickeln und die Suche bzw. Anzeige einer Person auch unter dem Einfluss von Leichengeruch zu trainieren.

Dabei steht immer der einzelne Hund im Mittelpunkt. Meideverhalten wird akzeptiert und kein Hund zur Arbeit oder Anzeige im Leichengeruch gezwungen.

Wichtig: Dieses Seminar dient der Vorbereitung von Rettungshundeteams auf mögliche Einsatzsituationen und stellt keine Ausbildung zum Leichenspürhund dar.

Mögliche Schwerpunkte:
  • Entstehung und Entwicklung von Verwesungsgeruch
  • Reaktionen und mögliches Meideverhalten des Hundes
  • Rettungshund vs. Leichenspürhund
  • Gewöhnung an Verwesungs- und Leichengeruch
  • Lesen und Einschätzen des Hundeverhaltens
  • Suche und Anzeige unter Einfluss von Leichengeruch
  • Schrittweiser, hundegerechter Trainingsaufbau

Die praktischen Übungen werden individuell an den Ausbildungsstand und die Reaktion der jeweiligen Mensch-Hund-Teams angepasst.

Der Geruchsartikel ist eine der entscheidenden Grundlagen für eine erfolgreiche Personensuche. Er liefert dem Hund den Individualgeruch der vermissten Person und bildet damit die Grundlage dafür, wen der Hund überhaupt suchen soll. Entsprechend wichtig sind Auswahl, Sicherung und der richtige Umgang mit dem Geruchsartikel.

Doch welcher Gegenstand eignet sich tatsächlich? Wie stark darf ein Geruchsartikel kontaminiert sein? Welche Rolle spielen Angehörige, Einsatzkräfte oder der Hundeführer selbst? Und wie lässt sich verhindern, dass bereits bei der Sicherung zusätzliche Gerüche eingebracht oder wichtige Spuren beeinträchtigt werden?

In diesem Seminar beschäftigen wir uns intensiv mit der Auswahl und fachgerechten Sicherung von Geruchsartikeln für die Personensuche. Dabei betrachten wir unterschiedliche Geruchsträger – von Körperflüssigkeiten und körpernah getragenen Gegenständen über Oberbekleidung bis hin zu deutlich kontaminierten Gegenständen – und bewerten deren Vor- und Nachteile für die praktische Arbeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermeidung von Kontaminationen. Die Teilnehmer lernen, mögliche Fremdgerüche zu erkennen, Sicherungssituationen strukturiert zu beurteilen und Geruchsartikel mit möglichst geringer Eigen- und Fremdkontamination zu sichern. Dabei wird auch die Zusammenarbeit mit Polizei, Angehörigen und anderen Einsatzkräften thematisiert.

Neben verschiedenen Handschuh- und Verpackungsmaterialien behandeln wir auch die Möglichkeiten und Grenzen von Geruchskopien. Dabei gilt ein wichtiger Grundsatz: Der Originalgeruchsträger ist einer Geruchskopie grundsätzlich vorzuziehen und die Spurensicherung hat immer Vorrang.

Mögliche Seminarinhalte
  • Bedeutung des Individualgeruchs für die Personensuche
  • Auswahl geeigneter Geruchsartikel
  • Erkennen und Bewerten möglicher Kontaminationen
  • Körpernahe Gegenstände, Bekleidung und Körperflüssigkeiten
  • Sicherung eines Geruchsartikels im Einsatz
  • Eigenschutz und Vermeidung von Eigenkontamination
  • Handschuhe, Verpackungs- und Sicherungsmaterialien
  • Zusammenarbeit mit Angehörigen und Einsatzkräften
  • Sicherung durch Hundeführer, Polizei oder andere Personen
  • Möglichkeiten und Grenzen von Geruchskopien
  • Kontaktlose Geruchskopie, Auflegen und Abrieb
  • Berücksichtigung kriminaltechnischer Spuren

Das Thema wird theoretisch erarbeitet und anschließend im praktischen Teil des Wochenendseminars aufgegriffen. Anhand unterschiedlicher Situationen können Auswahl, Sicherung und Umgang mit Geruchsartikeln praktisch trainiert und unterschiedliche Sicherungsstrategieen getestet werden.

Ziel des Seminars ist nicht nur zu wissen, welcher Gegenstand verwendet werden kann, sondern eine Sicherungssituation strukturiert beurteilen und eine begründete Entscheidung für den bestmöglichen Geruchsartikel treffen zu können.

Unsere Hunde finden im Training – aber bedeutet das automatisch, dass unsere Ausbildung funktioniert? Und vor allem: Bereiten wir unsere Hunde wirklich auf das vor, was sie später im Einsatz erwartet?

Dieses Seminar setzt sich kritisch mit bestehenden Trainingsstrukturen auseinander. Warum funktionieren Teams im Training scheinbar hervorragend, während dieselben Fähigkeiten im Einsatz nicht immer abrufbar sind? Welche Rolle spielen dabei der Hundeführer, der Ausbilder und die Art, wie wir unsere Trainingsergebnisse bewerten? Genau diese Fragen bilden den Ausgangspunkt des Seminars.

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Selbstständigkeit des Hundes. Durch ständiges Eingreifen, Korrigieren und unbewusste Hilfestellungen können wir Hunde ausbilden, die gelernt haben, den Menschen genau zu beobachten und sich an dessen Verhalten zu orientieren. Das Ergebnis können unsichere Hunde sein, die weniger eigene Entscheidungen treffen und stattdessen versuchen, Fehler zu vermeiden.

Das Ziel sollte deshalb ein selbstsicherer Hund sein, der eigenständig Entscheidungen treffen, sich gegenüber dem Hundeführer durchsetzen und seiner eigenen Wahrnehmung vertrauen kann.

Ehrliches Training statt schöner Ergebnisse

Ein wesentlicher Bestandteil des Seminars ist die Ehrlichkeit im Training. Fehler werden immer wieder erklärt, relativiert oder im Nachhinein passend interpretiert. Hundeführer, Backups und auch Ausbilder müssen bereit sein, Trainingsleistungen ehrlich zu betrachten und sich einzugestehen, wenn etwas nicht funktioniert hat.

Nicht jede Suche war gut, nur weil die Versteckperson am Ende gefunden wurde.

Wir müssen aufhören, uns selbst etwas vorzumachen oder schlechte Leistungen schönzureden. Die Präsentation fordert ausdrücklich dazu auf, „Selbstlügen“ zu vermeiden, Fehler anzunehmen und auch Aussagen von Ausbildern und Backups kritisch zu hinterfragen.

Wir müssen zurück zu einem ehrlichen Training. Nur wenn Fehler und Defizite tatsächlich erkannt und benannt werden, können wir daraus sinnvolle Trainingsziele entwickeln und an ihnen arbeiten.

Training mit einem klaren Plan

Training bedeutet nicht, den Hund immer wieder vor möglichst schwierige Aufgaben zu stellen. Zunächst müssen einzelne Fähigkeiten wie Motivation, Differenzierung oder Abbruchverhalten gezielt aufgebaut werden. Dazu muss bekannt sein, wie eine Spur verläuft, damit Verhalten erkannt, bewertet und zum richtigen Zeitpunkt bestätigt werden kann.

Anschließend geht es darum, das Erlernte zu festigen, den Hund zunehmend zu verselbstständigen und seine Leistungsfähigkeit schrittweise auszubauen. Erst dann übernehmen Blind- und Doppelblindsuchen eine wichtige Funktion bei der Überprüfung des tatsächlichen Leistungsstandes.

Mögliche Seminarinhalte
  • Bestehende Ausbildungs- und Trainingsstrukturen kritisch hinterfragen
  • Selbstständigkeit und Selbstsicherheit des Hundes fördern
  • Einfluss des Hundeführers auf Entscheidungen des Hundes
  • Unbewusste Hilfestellungen erkennen und reduzieren
  • Fehler zulassen und selbstständige Korrekturen ermöglichen
  • Bekannte und unbekannte Spuren sinnvoll einsetzen
  • Blind- und Doppelblindsuchen gezielt aufbauen
  • Motivation, Differenzierung und Abbruchverhalten
  • Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer
  • Selbsttäuschung bei Hundeführern und Ausbildern erkennen
  • Schluss mit dem Schönreden von Suchleistungen
  • Fehler und Defizite ehrlich erkennen, benennen und bearbeiten
  • Zurück zu einem ehrlichen und nachvollziehbaren Training
  • Training individuell an Hund und Team anpassen
  • Einsatznahes Training statt reiner Prüfungsvorbereitung
  • Reale Einsatzsituationen in die Ausbildung integrieren
  • Ausbildung immer wieder kritisch überprüfen und weiterentwickeln

Das Ziel: Ein selbstsicheres und einsatzfähiges Mantrailing-Team, bei dem der Hund gelernt hat, eigene Entscheidungen zu treffen und seiner Nase zu vertrauen – und ein Hundeführer, der bereit ist, Kontrolle abzugeben, Fehler zu akzeptieren und die tatsächliche Leistung seines Teams ehrlich zu beurteilen.

Denn am Ende trainieren wir nicht für einen schönen Trail und auch nicht dafür, anderen etwas zu beweisen. Wir trainieren für den Einsatz.

Die theoretischen Inhalte werden im praktischen Teil des Wochenendseminars auf die teilnehmenden Mensch-Hund-Teams übertragen. Trainingssituationen werden individuell gestaltet, Schwächen und Stärken analysiert und daraus konkrete Trainingsansätze für das jeweilige Team entwickelt.

Was kann ein Mantrailer tatsächlich leisten – und wo liegen seine Grenzen?

Rund um das Mantrailing existieren viele Vorstellungen darüber, wie ein Hund eine menschliche Geruchsspur verfolgt und welche Möglichkeiten sich daraus für die Vermisstensuche ergeben. Dieses Seminar vermittelt die Grundlagen des Mantrailings und verbindet sie mit einem realistischen Blick auf die Arbeit eines Mantrailing-Teams im Einsatz.

Zunächst beschäftigen wir uns mit der Frage, was der Hund überhaupt sucht. Wie entsteht Individualgeruch? Wie verhält sich eine Geruchsspur und welchen Einfluss haben Wind, Temperatur, Regen, Thermik, Untergrund und die Umgebung auf ihre Ausbreitung? Dabei wird auch deutlich, warum die tatsächliche Suchstrecke des Hundes nicht zwangsläufig der gelaufenen Strecke der gesuchten Person entsprechen muss.

Auch die Funktionsweise der Hundenase und die Geruchsaufnahme spielen eine Rolle. Denn wer verstehen möchte, warum ein Hund bestimmte Entscheidungen während einer Suche trifft, muss zunächst verstehen, wie der Hund Geruch wahrnimmt und verarbeitet.

Vom Training in den realen Einsatz

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der tatsächlichen Einsatzarbeit. Von der Informationsgewinnung über die Sicherung eines geeigneten Geruchsartikels und den Kontakt mit Angehörigen bis zur eigentlichen Suche, Dokumentation und Rückmeldung an die Einsatzleitung betrachten wir den Ablauf einer Mantrailing-Suche und die Aufgaben des Teams.

Dabei geht es auch um eine Frage, die im Training gerne in den Hintergrund rückt:

Wie erfolgreich kann ein Mantrailer im realen Einsatz tatsächlich sein?

Nicht jede erfolgreiche Arbeit eines Mantrailers endet mit dem Auffinden der vermissten Person. Auch eine korrekt ermittelte Lauf- oder Fluchtrichtung oder eine nachvollziehbar verfolgte Spur kann für den weiteren Einsatz wichtige Erkenntnisse liefern. Deshalb beschäftigen wir uns kritisch damit, was wir überhaupt als Erfolg einer Rettungshundesuche definieren.

Mögliche Seminarinhalte
  • Grundlagen des Mantrailings
  • Unterschiede zwischen Mantrailing, Fährtenarbeit und Flächensuche
  • Individualgeruch – Entstehung und Besonderheiten
  • Wie Geruch entsteht und sich in der Umwelt verteilt
  • Einfluss von Wind, Regen, Hitze und Thermik
  • Geruchspools und Veränderungen einer Geruchsspur
  • Grundlagen der Hundenase und Geruchswahrnehmung
  • Voraussetzungen für den Einsatz eines Mantrailers
  • Aufgaben eines Mantrailing-Teams im Einsatz
  • Informationsgewinnung und Zusammenarbeit mit der Polizei
  • Sicherung eines geeigneten Geruchsartikels
  • Umgang und Kommunikation mit Angehörigen
  • Dokumentation und Übermittlung von Suchergebnissen
  • Möglichkeiten und Grenzen des Mantrailings
  • Was bedeutet „Erfolg“ bei einer Einsatzsuche?
  • Einfluss von Spuralter, Umwelt und Fremdspuren
  • Einfluss des Verhaltens der vermissten Person
  • Einfluss von Hundeführer, Helfer und Hund
  • Selbstständigkeit des Hundes und Einfluss des Menschen
  • Realistische Einschätzung von Suchergebnissen
Warum finden wir die Person nicht immer?

Ein wichtiger Teil des Seminars beschäftigt sich bewusst mit den Grenzen des Mantrailings.

Zeitfaktor, Witterung, Verkehr, Fremdspuren und das Verhalten der vermissten Person können eine Suche erheblich beeinflussen. Hinzu kommen Faktoren innerhalb des Teams: Stress, Müdigkeit oder Vorkenntnisse des Hundeführers können sich auf die Suche auswirken.

Auch der Mensch selbst spielt dabei eine entscheidende Rolle. Beim Mantrailing ist der Hund während der Suche unmittelbar über die Leine mit dem Hundeführer verbunden. Dadurch können Erwartungen, Körpersprache und Stress direkt auf den Hund wirken.

Das Ziel: Mantrailing nicht als „Wundermittel“ der Vermisstensuche zu betrachten, sondern zu verstehen, was der Hund tatsächlich leisten kann, welche Faktoren seine Arbeit beeinflussen und wie die gewonnenen Erkenntnisse im Einsatz sinnvoll genutzt und bewertet werden können.

Das Seminar verbindet theoretisches Hintergrundwissen mit Einsatzpraxis und richtet sich besonders an Rettungshundeführer, Suchtrupphelfer, Ausbilder sowie Einsatz- und Führungskräfte, die Mantrailing besser verstehen und die Möglichkeiten und Grenzen dieser Suchform realistisch einschätzen möchten.

Mantrailing ist Teamarbeit – und dieses Team besteht im Einsatz nicht nur aus Hund und Hundeführer. Ein gut ausgebildeter Suchtrupphelfer ist ein wichtiger Bestandteil des Mantrailing-Teams und übernimmt vor, während und nach der Suche zahlreiche Aufgaben.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Aufgaben ein Suchtrupphelfer im Mantrailing hat und wie er den Hundeführer sinnvoll unterstützen kann, ohne dabei die Arbeit des Hundes unnötig zu beeinflussen.

Damit ein Suchtrupphelfer seine Aufgabe erfüllen kann, benötigt er auch ein grundlegendes Verständnis davon, wie Mantrailing funktioniert. Deshalb betrachten wir zunächst Individualgeruch, Geruchsausbreitung und die Arbeitsweise des Hundes. Der Hund folgt nicht zwangsläufig exakt der tatsächlich gelaufenen Strecke – Wind, Temperatur und andere Umwelteinflüsse können die Lage des Geruchs verändern.

Mehr als nur „hinterherlaufen“

Der Suchtrupphelfer soll während einer Suche nicht einfach nur das Team begleiten. Er muss den Hundeführer entlasten, die Umgebung beobachten, mögliche Gefahren erkennen, wichtige Informationen aufnehmen und gleichzeitig auch das Verhalten des Hundes im Blick behalten.

Vier Augen sehen mehr als zwei.

Gerade unter Einsatzbedingungen kann der Hundeführer nicht gleichzeitig seinen Hund führen, dessen Verhalten beurteilen, den Verkehr beobachten, kleine Wege und Abzweigungen erkennen, die Umgebung absuchen, Funkverkehr führen und sämtliche weiteren Informationen verarbeiten. Hier übernimmt der Suchtrupphelfer wichtige unterstützende Aufgaben.

Mögliche Seminarinhalte
  • Grundlagen des Mantrailings
  • Individualgeruch und Geruchsausbreitung
  • Einfluss von Wind, Temperatur und Umgebung
  • Aufgabenverteilung zwischen Hundeführer und Suchtrupphelfer
  • Vorbereitung auf eine Suche
  • Informationen zur vermissten Person
  • Vorbereitung und Kontrolle der benötigten Einsatzmittel
  • Unterstützung und Entlastung des Hundeführers
  • Gefahren und Besonderheiten frühzeitig erkennen
  • Absicherung des Suchteams
  • Beobachtung der Umgebung und des Suchbereichs
  • Grundlagen im Lesen des Hundes
  • Veränderungen im Suchverhalten erkennen
  • Auffälligkeiten dokumentieren und an den Hundeführer weitergeben
  • Kommunikation zwischen Hundeführer und Suchtrupphelfer
  • Kommunikation mit Einsatzleitung und Polizei
  • Unterstützung bei taktischen Entscheidungen
  • Einsatz von Funk, GPS, Taschenlampe, Wärmebildkamera und weiteren Einsatzmitteln
  • Einsatznahes Training für Suchtrupphelfer
Den Hund verstehen lernen

Auch der Suchtrupphelfer sollte lernen, das Verhalten eines Mantrailers grundsätzlich einzuschätzen. Er muss den Hund dabei nicht genauso detailliert lesen können wie der Hundeführer. Er sollte aber erkennen können, wenn sich das Suchverhalten verändert oder an einer bestimmten Stelle etwas auffällig ist.

Diese Fähigkeit entsteht nicht in einem einzelnen Seminar. Das Lesen eines Hundes braucht Erfahrung. Deshalb sollten Suchtrupphelfer regelmäßig am Mantrailing-Training teilnehmen und unterschiedliche Hunde und Suchsituationen kennenlernen.

Sicherheit und Kommunikation im Einsatz

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sicherheit des gesamten Suchteams. Während sich der Hundeführer auf seinen Hund konzentriert, behält der Suchtrupphelfer mögliche Gefahrenquellen, Verkehr, Personenbewegungen und Veränderungen des Geländes im Blick. Auch das Absuchen und Ausleuchten der Umgebung kann zu seinen Aufgaben gehören.

Gleichzeitig stellt er die Kommunikation zwischen Suchteam, Einsatzleitung und gegebenenfalls polizeilichen Kräften sicher und kann damit eine wichtige Schnittstelle innerhalb des Einsatzes bilden.

Das Ziel: Einen Suchtrupphelfer auszubilden, der nicht einfach nur neben dem Hundeführer herläuft, sondern mitdenkt, beobachtet, Gefahren erkennt, Informationen verarbeitet und den Hundeführer genau dort unterstützt, wo dieser während der Suche Unterstützung benötigt.

Die theoretischen Inhalte werden im praktischen Teil des Seminars aufgegriffen und anhand realistischer Suchsituationen umgesetzt. Dabei steht besonders die Zusammenarbeit zwischen Hund, Hundeführer und Suchtrupphelfer im Mittelpunkt.

Ein Unfall, eine Verletzung oder eine plötzlich auftretende Erkrankung kann jederzeit passieren. Gerade dann ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, die Situation richtig einzuschätzen und die notwendigen Erstmaßnahmen sicher durchführen zu können.

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Grundlagen der Ersten Hilfe am Hund. Dabei geht es nicht darum, eine tierärztliche Behandlung zu ersetzen, sondern einen verletzten oder erkrankten Hund richtig einzuschätzen, unmittelbar notwendige Maßnahmen einzuleiten und ihn bis zur weiteren tierärztlichen Versorgung bestmöglich zu stabilisieren.

Neben theoretischem Hintergrundwissen steht vor allem die praktische Anwendung im Mittelpunkt. Die Teilnehmer sollen Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht nur kennen, sondern diese auch praktisch üben, damit im Ernstfall die notwendigen Handgriffe möglichst sicher durchgeführt werden können.

Mögliche Seminarinhalte
  • Grundlagen der Ersten Hilfe am Hund
  • Erkennen und Einschätzen eines Notfalls
  • Kontrolle wichtiger Vitalfunktionen
  • Richtiges Verhalten in Notfallsituationen
  • Wundversorgung
  • Versorgung von Schnitt- und Bissverletzungen
  • Stillen stärkerer Blutungen
  • Umgang mit Fremdkörper- und Pfählungsverletzungen
  • Erkennen und Versorgen eines Schockzustandes
  • Atemnot und lebensbedrohliche Situationen
  • Hitzeschlag und Überhitzung
  • Vergiftungen
  • Stabilisierung des Hundes bis zur tierärztlichen Versorgung
  • Praktische Übungen verschiedener Erste-Hilfe-Maßnahmen
Erste Hilfe für Einsatz- und Arbeitshunde

Besonders bei Rettungs-, Dienst- und Jagdhunden können Verletzungen unter Bedingungen auftreten, die im normalen Alltag eines Hundes eher selten sind. Unwegsames Gelände, Such- und Einsatzsituationen oder andere besondere Gefahren stellen zusätzliche Anforderungen an die Erstversorgung.

Deshalb können im Seminar auch einsatzspezifische Verletzungsmuster und Maßnahmen behandelt werden. Dazu gehören beispielsweise starke Blutungen, Stich- und Schussverletzungen, Pfählungen und tiefe Wunden sowie weiterführende Maßnahmen zur Stabilisierung von Atmung und Kreislauf. Auch Aufbau und Anwendung eines auf den Hund abgestimmten IFAK (Individual First Aid Kit) können Bestandteil des Seminars sein.

Das Ziel: Einen Notfall frühzeitig erkennen, die Situation richtig einschätzen und anschließend ruhig, strukturiert und sicher handeln können, bis eine professionelle tiermedizinische Versorgung möglich ist.

Das Seminar verbindet theoretisches Wissen mit praxisnahen Übungen. Die Inhalte können dabei an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden – vom engagierten Hundehalter bis hin zu Rettungshundeführern, Jägern, Diensthundeführern, Trainern und anderen Personen, die mit Arbeits- und Einsatzhunden tätig sind.

Hinweis: 

Hierbei handelt es sich um kein Wochenendseminar sondern um eine Tagesveranstaltung die sich rein mit medizinischen Grundlagen beschäftigt.

Du interessierst dich für ein bestimmtes Thema, findest es aber nicht in unseren bisherigen Seminarthemen? Kein Problem.

Nicht jedes spannende Thema rund um Mantrailing, Rettungshundearbeit, Ausbildung und Einsatz lässt sich in eine fertige Schublade stecken. Deshalb können auch individuelle Themenwünsche aufgegriffen und speziell für dein Seminar oder deine Organisation aufbereitet werden.

Du nennst uns deine Fragestellung, deinen gewünschten Schwerpunkt oder vielleicht auch ein konkretes Problem aus Ausbildung oder Einsatz – und wir entwickeln daraus einen passenden Theoriepart, abgestimmt auf die Vorkenntnisse und Zielsetzung der Teilnehmer.

Dabei können bestehende Themen miteinander kombiniert, einzelne Bereiche vertieft oder komplett neue Inhalte ausgearbeitet werden.

Dein Wunschthema

Du hast eine Idee? Dann sprich uns einfach an. Gemeinsam schauen wir, wie sich das gewünschte Thema sinnvoll umsetzen lässt.

Denn ein gutes Seminar muss nicht in ein vorgegebenes Konzept passen – das Konzept sollte zu den Teilnehmern und ihren Bedürfnissen passen.

Individuelle Themen können als Bestandteil eines Wochenendseminars, als eigenständiger Vortrag oder als zusätzlicher Theoriepart zu einem Tagesseminar ausgearbeitet werden. Je nach Thema ist auch eine Durchführung online möglich.

 

Hinweis

Die aufgeführten Themen geben einen Überblick über die Inhalte, die wir im Rahmen unserer Seminare anbieten können. Nicht jedes Thema lässt sich sinnvoll oder vollständig praktisch trainieren. Dennoch können alle aufgeführten Themen als Theoriepart eines Seminars behandelt und gemeinsam erarbeitet werden.

Im anschließenden praktischen Training können die jeweiligen Inhalte aufgegriffen und – soweit sinnvoll und umsetzbar – auf die teilnehmenden Mensch-Hund-Teams übertragen werden. Dabei werden die praktischen Schwerpunkte individuell an den Ausbildungsstand, die vorhandenen Möglichkeiten und die Bedürfnisse der Teams angepasst.

Die Theorieparts zu den aufgeführten Themen sind grundsätzlich Bestandteil unserer Wochenendseminare. Darüber hinaus bieten wir flexible Möglichkeiten, einzelne Themen unabhängig davon zu behandeln:

Themen können als Theoriepart integriert und mit dem praktischen Training verbunden werden.

Ein gewünschter Theoriepart kann zusätzlich zu einem Tagesseminar hinzugebucht werden.

Alle aufgeführten Themen können als eigenständige Vortragsinhalte gebucht und entsprechend ausführlich behandelt werden.

Theorieinhalte können auch als Online-Vortrag bzw. Online-Theorieeinheit angeboten und zu einem Seminar ergänzt werden.

Die Themen verstehen sich dabei als Vorschläge und können individuell kombiniert, angepasst oder durch eigene Themenwünsche ergänzt werden. So lässt sich der theoretische Inhalt passend auf die Zielsetzung der jeweiligen Gruppe oder Organisation abstimmen.